E-Bike neu – ohne Kette oder Riemen

Die beiden deutschen Unternehmen Schaeffler und Heinzmann haben ein neues E-Bike-Antriebssystem entwickelt, das ohne Kette oder Riemen funktioniert. Das „Bike-by-Wire“-System Free Drive ist eine gemeinsame Entwicklung, die gänzlich neue Fahrradarchitekturen und Pedalkonfigurationen bei geringerem Verschleiß möglich machen soll.

Zentraler Bestandteil des Systems ist der von Schaeffler stammende Generator, der einen gleichmäßigen Widerstand am Pedal einstellt und gleichzeitig die Tretleistung des Fahrers aufnimmt. Das rekuperationsfähige System überführt die mechanische Energie, die beim Treten erzeugt wird, in elektrische Energie, die im Radnabenmotor wiederum in mechanische Energie rückgewandelt wird. Überschüssige Energie wird im Akku gespeichert.

Alle System-Komponenten kommunizieren wie im Auto über CAN-Verbindung miteinander. Bei optimaler Abstimmung soll das aus Pedalgenerator, Antriebsmotor, Akku und Human-Machine-Interface (HMI) bestehende System eine Dauerleistung von 250 Watt besitzen.

Konfigurierbares Tretgefühl: Das Antriebssystem Free Drive von Schaeffler setzt auf Bike-by-Wire-Technologie.
SchaefflerKonfigurierbares Tretgefühl: Das Antriebssystem Free Drive von Schaeffler setzt auf Bike-by-Wire-Technologie.

Gerade als Antriebssystem für Cargo-E-Bikes mit drei oder vier Rädern wäre die Gemeinschaftsentwicklung eine gute Lösung: Die Antriebssysteme solch elektrisch unterstützter Cargo-Bikes können beim Einsatz von Fahrradketten, Zahnrädern und Umwerfern unnötig kompliziert werden, was sich mit dem Bike-by-Wire-System erübrigen würde.

Neue Akku-Technologie – Die E-Wende nimmt Fahrt auf




Ein australisches Unternehmen will Akkuzellen entwickelt haben, die bis zu 60-mal schneller laden können als gängige Lithium-Ionen-Zellen. Gleichzeitig soll die neue Technologie günstiger, sicherer und einfacher zu recyclen sein. Ab 2024 sollen die ersten E-Auto-Akkus damit gebaut werden.

Die im australischen Brisbane ansässige Graphene Manufacturing Group (GMG) hat Akkuzellen entwickelt, die laut Entwickler bis zu 60-mal schneller als die besten Lithium-Ionen-Zellen laden und dreimal so viel Energie wie die besten Zellen auf Aluminiumbasis speichern können. Das würde bedeuten, dass beispielsweise ein E-Auto, das aktuell eine Stunde zum Laden benötigt, mit der neuen Technologie in nur einer Minute geladen werden könnte.

Die Zellen sollen zudem sicherer sein, da es keine Ampere-Obergrenze gibt, die eine spontane Überhitzung verursachen könnte. Dank der Basismaterialien für die Energiespeicher sollen diese auch nachhaltiger und leichter zu recyceln sein als bisherige Akkus.

GMG plant, seine Graphen-Aluminium-Ionen-Batterie zunächst als Knopfzellen Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres auf den Markt zu bringen. Die für Elektroautos benötigten Pouch-Zellen sind für Anfang 2024 geplant. Die Batteriezellen sollen laut dem Nachrichtenportal Forbes auf einer Technologie des Australian Institute for Bioengineering and Nanotechnology der University of Queensland (UQ) basieren. Der Prozess umfasst Nanotechnologie, mit deren Hilfe Aluminiumatome in winzige Löcher in den Graphen-Ebenen des Akkus implementiert werden.

Tests in der Peer-Review-Fachzeitschrift Advanced Functional Materials kamen zu dem Schluss, dass die Zellen eine „herausragende Leistung bei hohen Raten […] aufweisen, die alle bisher bekannten AIB-Kathodenmaterialien übertrifft“.

„Sie lädt so schnell, dass sie im Grunde ein Superkondensator ist“, so GMG-Geschäftsführer Craig Nicol gegenüber Forbes. „Sie lädt eine Knopfzelle in weniger als 10 Sekunden auf.“ Die neuen Wunderzellen sollen zudem eine weitaus höhere Leistungsdichte als die derzeitigen Lithium-Ionen-Batterien bieten, gleichzeitig keine seltenen Erden benötigen und keine keine Probleme mit zu hohen Temperaturen aufweisen. „Bislang gibt es keine Temperaturprobleme. Zwanzig Prozent eines Lithium-Ionen-Batteriepacks (in einem Fahrzeug) haben mit der Kühlung zu tun. Es besteht eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, dass wir diese Kühlung oder Heizung überhaupt nicht brauchen werden“, erklärt Nicol. „Sie überhitzen nicht und funktionieren bei den bisherigen Tests auch bei Temperaturen unter null Grad gut.“

Die neue Zelltechnologie könne laut Nicol auch so in industrielle Prozesse eingepasst werden, dass sie in die aktuellen Lithium-Ionen-Gehäuse passt, beispielsweise in die MEB-Plattform des Volkswagen-Konzerns. „Unsere [Akkus] werden die gleiche Form und Spannung wie die aktuellen Lithium-Ionen-Zellen haben, wir können aber auf jede beliebige Form umsteigen“, bestätigt Nicol.

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